Mia Guethe: Wie sie vom Berufseinstieg zur großen Jugendfußball-Recherche kam

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Mia Guethe ist eine 2002 in Hamburg geborene Sportjournalistin, Redakteurin und Moderatorin bei 11FREUNDE. Ein größeres Publikum kennt sie durch Podcasts, Auftritte bei Calcio Berlin und vor allem durch die ARD-Sendung „hart aber fair“. Journalistisches Gewicht bekam ihr Name spätestens 2025: Guethe gehörte aufseiten von 11FREUNDE zu dem Team, das gemeinsam mit CORRECTIV Gewalt und Machtmissbrauch im deutschen Jugendfußball untersuchte. 2026 nahm das medium magazin sie in seine Auswahl „Top 30 bis 30“ auf.

FaktÖffentlich belegt
NameMia Guethe
Geburtsjahr2002
GeburtsortHamburg
Alter 202623 oder 24 Jahre; genaues Geburtsdatum nicht verlässlich bestätigt
BerufJournalistin, Redakteurin, Moderatorin, Podcasterin
Redaktion11FREUNDE
StudiumPolitikwissenschaft, bis 2023
Volontariat11FREUNDE, 2023–2025
Seit 2025Redakteurin bei 11FREUNDE, daneben freie Journalistin und Moderatorin
Bekannte Formate„hart aber fair“, Calcio Berlin, „In Kontakt bleiben“, 11FREUNDE-Podcasts

Wer ist Mia Guethe?

Guethe stammt aus Hamburg und zog für ein Politikwissenschaftsstudium nach Berlin. Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen beschreiben ihre journalistischen Themen als deutlich breiter als klassische Spielberichterstattung: moderner Fußball, Kommerzialisierung, Sexismus in der Branche und im Stadion sowie sportpolitische und gesellschaftliche Fragen.

Dass sie einmal Journalistin werden wollte, stand nach eigener Darstellung früher fest als die Spezialisierung auf Sport. Im Fragebogen des medium magazins sagte Guethe, sie sei eher zufällig im Sportjournalismus gelandet. Dort konnte sie jedoch zwei Interessen verbinden: Schreiben und Fußballkultur. Für sie ist Fußball ausdrücklich auch ein gesellschaftliches Thema – nicht nur eine Abfolge von Ergebnissen.

Vom Studium über das Volontariat direkt in die Redaktion

Guethes bislang öffentlich dokumentierter Karriereweg ist ungewöhnlich kompakt. Ihr Politikwissenschaftsstudium dauerte bis 2023. Von 2023 bis 2025 absolvierte sie ein Volontariat bei 11FREUNDE, anschließend wurde sie dort Redakteurin; parallel arbeitet sie nach eigener Angabe frei journalistisch und als Moderatorin.

Dabei verlief der Einstieg offenbar nicht so selbstverständlich, wie es der kurze Lebenslauf heute aussehen lässt. 2026 schrieb Guethe auf LinkedIn, sie habe rund drei Jahre zuvor noch befürchtet, den Einstieg in die Medienbranche überhaupt nicht zu schaffen. Im medium magazin erinnerte sie sich zugleich daran, dass ihre späteren Vorgesetzten Tobias Ahrens und Max Dinkelaker bereits in ihrer Zeit als unerfahrene Praktikantin das Potenzial für eine Redakteursstelle in ihr gesehen hätten.

Im Juli 2026 folgte eine sichtbare Anerkennung innerhalb der Branche: Das medium magazin nahm Guethe in die „Top 30 bis 30“ auf. Bereits bei den „Journalistinnen & Journalisten des Jahres 2025“ war ihr Name in der Kategorie „Team“ zusammen mit weiteren Beteiligten von 11FREUNDE und CORRECTIV aufgeführt worden.

Die Recherche über Gewalt im Jugendfußball

Das bislang bedeutendste Rechercheprojekt ihrer Laufbahn führte Guethe 2025 mit Kolleginnen und Kollegen von 11FREUNDE und CORRECTIV durch. Das Team untersuchte körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt sowie Machtmissbrauch gegenüber Minderjährigen im Fußball. CORRECTIV führt Guethe, Charlotte Hermel und Tim Pommerenke ausdrücklich als beteiligtes 11FREUNDE-Team auf; die Titelgeschichte in Ausgabe 287 wurde bei 11FREUNDE zusätzlich von Guethe, Hermel, Tim Jürgens und Pommerenke aufgeschrieben.

Die Recherche ging weit über eine Sammlung persönlicher Berichte hinaus. CORRECTIV und 11FREUNDE fragten unter anderem bei 50 Landgerichten, mehreren Amtsgerichten und 30 Staatsanwaltschaften nach. Dokumentiert wurden mindestens 37 strafrechtliche Verfahren seit 2020 mit 130 Geschädigten. Zusätzlich schilderten knapp 500 Menschen in einer ausdrücklich nicht repräsentativen Online-Befragung Gewalterfahrungen aus ihrer Zeit als minderjährige Fußballspielerinnen und -spieler. Mit mehr als 40 Betroffenen wurden ausführliche Gespräche geführt; außerdem sichtete das Team Urteile, Chats und Sprachnachrichten.

Die Veröffentlichung hatte Folgen. DFB-Vizepräsidentin Silke Sinning erklärte gegenüber den Redaktionen, der Verband nehme die Recherche ernst, und forderte bessere rechtliche Möglichkeiten, Vereine vor auffällig gewordenen Trainern zu warnen. SPD, Grüne und Linke forderten anschließend eine umfassendere Aufarbeitung beziehungsweise eine Dunkelfeldstudie zu Gewalt im Fußball.

Bei der genannten Recherchedauer gibt es allerdings unterschiedliche öffentliche Angaben. Direkt nach der Veröffentlichung schrieb Guethe selbst von sechs Monaten gemeinsamer Arbeit; im medium magazin sprach sie 2026 rückblickend von „über einem Jahr“. CORRECTIV formuliert allgemeiner „über Monate“. Ob sich diese Angaben auf unterschiedliche Projektphasen beziehen, ist öffentlich nicht erläutert – deshalb wäre eine exakte Dauer als gesicherter Fakt zu weitgehend.

„Hart aber fair“ machte Mia Guethe einem größeren Publikum bekannt

Schon vor der CORRECTIV-Recherche war Guethe außerhalb der 11FREUNDE-Leserschaft sichtbar geworden. Am 19. Februar 2024 saß sie bei „hart aber fair“ in einer Runde mit Martin Kind, Kevin Kühnert, Ariane Hingst, Markus Babbel und Fanvertreter Thomas Kessen. Thema waren die damaligen Fanproteste und der geplante Investoren-Einstieg bei der DFL.

Guethe argumentierte dort aus der Perspektive von Fankultur und Transparenz. Der Kölner Stadt-Anzeiger dokumentierte, wie sie die Proteste als Reaktion auf den intransparenten Entscheidungsprozess einordnete und davor warnte, die Verbindung zwischen Tribüne und Spielfeld durch immer stärkere Kommerzialisierung zu beschädigen. Der Auftritt passt damit bemerkenswert genau zu dem Schwerpunkt, den sie später auch selbst für ihre journalistische Arbeit beschrieb.

HSV, Calcio Berlin und „In Kontakt bleiben“

Neben Print-Recherchen arbeitet Guethe regelmäßig vor Mikrofon und Kamera. Ihr Profil bei den Medientagen München nennt ausdrücklich 11FREUNDE, Calcio Berlin und den Podcast „In Kontakt bleiben“ als Formate, in denen sie auftritt. Dort ist auch ihre Verbindung zum Hamburger Fußball zentral.

„In Kontakt bleiben“ moderierte sie mit Felix Rathfelder: Guethe aus der Perspektive eines HSV-Fans, Rathfelder als Anhänger des FC St. Pauli. Das Format entstand vor dem Hintergrund der veränderten Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Hamburger Klubs. Die letzte reguläre wöchentliche Folge erschien am 26. August 2026. Als Grund nannten die Hosts veränderte berufliche Situationen und fehlende Kapazitäten für das Projekt.

Wie alt ist Mia Guethe wirklich?

Hier lohnt sich ein genauer Faktencheck. Belastbare Quellen wie das medium magazin, die Medientage München und die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen nennen 2002 als Geburtsjahr; Oberhausen nennt zusätzlich Hamburg als Geburtsort. Damit ist Guethe im September 2026 entweder 23 oder 24 Jahre alt.

Einige kleinere Biografie-Seiten geben dagegen den 6. Juni 2002 als exaktes Geburtsdatum an. Eine vergleichbar belastbare Primärquelle oder institutionelle Biografie bestätigt diesen Tag bislang nicht. Das konkrete Datum sollte deshalb nicht als gesichert übernommen werden.

Ähnlich sieht es beim Privatleben aus. Für einen Partner, eine Ehe, Kinder sowie Namen oder Berufe ihrer Eltern und Geschwister gibt es derzeit keine verlässlich bestätigten öffentlichen Angaben. Auch Zahlen zu Gehalt oder Vermögen wären spekulativ. Öffentlich dokumentiert ist vor allem Guethes berufliche Arbeit.

Auf Social Media ist sie dagegen beruflich auffindbar: Das Medientage-Profil verlinkt ihren Instagram-Account @miaguethe sowie ihren X-Account @hsviftie.

Was macht Mia Guethe heute?

Stand September 2026 arbeitet Guethe weiterhin als Redakteurin für 11FREUNDE und ist in Audioformaten aktiv. Noch am 7. September 2026 besprach sie gemeinsam mit Louis Richter im „11FREUNDE täglich“-Podcast den Bundesliga-Spieltag; einen Tag später wurde ein weiterer aktueller 11FREUNDE-Beitrag unter ihrem Namen veröffentlicht.

Ihre Themen werden dabei eher breiter als enger. Im medium magazin nannte sie Frauen- und Minderheitenperspektiven im Stadion, den Kulturwandel im Frauenfußball, FIFA-Kommerzialisierung und die Verbindung von Fußball mit Politik und Gesellschaft als aktuelle Fragen. Langfristig will sie nach eigener Aussage zusätzlich stärker über Popkultur und Kulinarik arbeiten – und dabei Text, Audio und Video miteinander verbinden.

Quellen

siehe auch : Ellen Hantzsch: Was über die langjährige Partnerin von Harald Schmidt bekannt ist

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